OKS 210 minimiert Chrom (VI)-Bildung
OKS stellt neu entwickelte, nachhaltige Schrauben- / Montagepaste vor
Das Team der OKS Spezialschmierstoffe GmbH, Kompetenzführer für nachhaltige Schmierstoffe, hat eine Schrauben-/ Montagepaste entwickelt, die bei der Anwendung auf chromhaltigen Stählen die Bildung von Chrom (VI) stark reduziert. Die Produktneuentwicklung ist Ergebnis eines aufwändigen F&E-Prozesses, der den Arbeitsschutz und die Anwendersicherheit bei einem der meistgenutztesten Industrieschmierstoffe deutlich erhöht.
Seit 2013 ist Chrom (VI) von der Europäischen Union über die REACH-Verordnung (Registration, Evaluation, Authorisation of Chemicals / Registrierung, Bewertung und Zulassung von Chemikalien) in die Liste der zulassungspflichtigen Stoffe aufgenommen worden. Es steht im Verdacht schwere Gesundheitsprobleme wie Atemwegserkrankungen und Hautreizungen zu verursachen und wird als krebserregend eingestuft. Chrom (VI) entsteht durch Oxidation, insbesondere bei hohen Temperaturen. Bei der REACH-Verordnung handelt es sich um ein Stoffverbot. Prozesse, bei denen Chrom (VI) entsteht, sind damit nicht erfasst. Doch genau hier ergeben sich in der Praxis erhebliche Gesundheitsrisiken.
So kommen bei Schraubverbindungen, die hohen Temperaturen ausgesetzt sind, millionenfach Edelstahlschrauben in Kombination mit Schrauben- bzw. Montagepasten zum Einsatz, um die Reibung zwischen den Fügeteilen zu verringern und eine spätere Lösbarkeit zu gewährleisten. Das Problem: Bei Temperaturen über 350 Grad Celsius wird das Chrom aus dem Stahl oxidiert und es bilden sich, gefördert durch die bisher am Markt verfügbaren Montagepasten, u.a. Chrom (VI) Verbindungen.
Erkennbar ist dieser Prozess an der gelblichen Verfärbung der Schrauben- oder Montagepaste. Spätestens bei der Demontage der Schraubverbindungen besteht die Gefahr, dass Monteurinnen und Monteure Chrom (VI)-haltige Stäube freisetzen und anschließend einatmen oder über die Haut oder Schleimhäute in Kontakt mit Chrom (VI) kommen. Die einzige Möglichkeit, gesundheitliche Risiken zu vermeiden, besteht derzeit darin, diese Montage- oder Wartungsarbeiten mit vollem Atem- und Arbeitsschutz durchzuführen. Die gelebte Praxis sieht anders aus. Viele Menschen setzen sich täglich durch Unwissenheit bei der Arbeit der Gefahr aus, mit Chrom (VI) in Kontakt zu kommen.
„Dieses enorme Gefährdungspotential und der weit verbreitete Einsatz von Montagepasten in nahezu allen Industriebereichen hat uns dazu veranlasst, unsere technologische Kompetenz im Bereich nachhaltiger Schmierstoffe auf die Entwicklung einer Montagepaste zu konzentrieren, die die Bildung von Chrom (VI) minimiert. Dazu mussten wir neue Verfahren entwickeln und alle bisher eingesetzten Inhaltstoffe prüfen, um diejenigen zu identifizieren, die für diese chemischen Prozesse verantwortlich sind. Danach war die Herausforderung, die kritischen Inhaltstoffe durch unkritische zu ersetzen, ohne die tribologischen Eigenschaften zu verändern“, beschreibt Joscha Klusmeier, Technischer Leiter bei OKS, die Herausforderungen, die sein Forschungs- und Entwicklungsteam lösen musste.
Mit der neuen Hochtemperaturpaste OKS 210 steht Anwendern nun eine Produktvariante zur Verfügung, die speziell darauf ausgelegt ist, die Bildung von Chrom (VI) beim Einsatz als Montagepaste zu reduzieren. Ein weiteres Plus: Die Paste ist NSF-H1-zertifiziert und damit für den Einsatz in der Lebensmitteltechnik geeignet.