Der Nationalpark Bayerischer Wald
Der Bayerische Wald ist immer eine Reise wert. Sehr viele Sehenswürdigkeiten warten darauf entdeckt zu werden. Dazu gehört ohne Zweifel der Nationalpark, der die Chance bietet sehr viele Tiere zu beobachten. Nicht zuletzt Eltern mit Kindern sind daher angesprochen, ihrem Nachwuchs die Chance zu geben, Uhus, Wildschweine oder Rothirsche aus nächster Nähe zu beobachten.
Die Natur kann nur schützen, wer dessen Wert kennt. Um den Wert zu erkennen, ist es nötig zu verstehen, dass der Mensch Teil einer großen Lebensgemeinschaft ist, die nur als Ganzes funktionieren kann. Vielfach wird diese Lebensgemeinschaft nicht mehr erkannt, da insbesondere Stadtmenschen den Kontakt zur lebendigen Natur immer mehr verlieren. Dies kann sehr schön an denjenigen „Freizeitsportlern“ beobachtet werden, die mit Mountainbikes bisher stille Wanderwege befahren und damit nicht nur das empfindliche Wurzelwerk der Pflanzen schädigen, sondern auch das an dieser Stelle lebende Wild aufscheuchen oder gar vertreiben.
Daher sind Nationalparks so wichtig, da diese durch ihre Gestaltung in der Lage sind, das Zusammenspiel der in der Natur lebenden Akteure zu zeigen. Dazu gehört nicht zuletzt der Nationalpark Bayerischer Wald, in dem die Natur sich ohne Eingriff des Menschen entwickeln kann. Zwei Nationalparkzentren wurden bei der Einrichtung des Nationalparks angelegt, damit Besucher sich auf direktem Wege einen umfassenden Überblick über den Nationalpark verschaffen können.
Während das Nationalparkzentrum ›Falkenstein‹ über eine Wegstrecke von rund drei Kilometer Länge verfügt, kann das Nationalparkzentrum ›Lusen‹ mit sieben Kilometer Wegstrecke aufwarten. Somit sind Besucher zwischen zwei und vier Stunden in den Parks unterwegs. Während im Nationalparkzentrum Falkenstein Auerochsen, Wildpferde oder Wölfe zugegen sind, warten im Nationalparkzentrum Lusen unter anderem Vögel, Bären und Elche auf Besucher.
Doch auch Pflanzen und Käfer lohnen, abgelichtet zu werden. So warten im Nationalpark beispielsweise Orchideen, die Berg-Soldanelle, der sehr seltene Ungarische Enzian oder verschiedene interessante Moosarten darauf, sich von ihrer Schokoladenseite präsentieren zu dürfen. Wer den Zottenbock zu Gesicht bekommt, sollte besonders schnell auf den Auslöser drücken, denn dieser Käfer ist ein echtes Urwaldrelikt und kann nicht zum Stillhalten überredet werden.
Es lohnt, während der Wanderung durch den Nationalpark den Blick über dem Boden schweifen zu lassen, denn mehr als 2.000 Pilzarten fühlen sich hier wohl. Ausgesprochen interessant ist, dass der gefürchtete Borkenkäfer nicht nur für die Vernichtung zahlreicher Bäume im Nationalpark verantwortlich ist, sondern bei seinem Werk auch Pilzsporen in die befallenen Bäume einbringt, die anschließend einen imposanten Stockpilz ausbilden, der das Zerstörungswerk des Borkenkäfers weiterführt.
Doch ist die Natur nicht wehrlos dem Treiben ausgesetzt, wie Jungpflanzen von Bäumen zeigen. Diese wachsen sogar auf dem Stamm abgestorbener Bäume oder auf Felsbrocken, wo sie im Laufe der Zeit ein imposantes Wurzelwerk ausbilden.
Von erstaunlicher Leistungskraft zeugen auch die vielen Äste von umliegenden Bäumen, die der Bieber für seinen Bau verarbeitet und angehäuft hat. Dieses Tier ist für Besucher sehr schwer zu beobachten, zumal der Eingang zu seinem Bau stets unter Wasser liegt. Besser klappt das mit dem Fischotter, der sich selbst von lauten Besuchergruppen nicht beeindrucken lässt.
Wer einen der beiden Nationalparkzentren besuchen möchte, sollte sich unbedingt mit Essen und Trinken eindecken, denn es gibt viele Rastmöglichkeiten, die es erlauben, den Tag und die Umgebung bei einer zünftigen Brotzeit zu genießen. Die beste Zeit für einen Besuch ist unter der Woche, außerhalb der Urlaubszeit, da dann sehr wenige Besucher in den Parks unterwegs sind. Dann macht es auch Spaß, den 1.300 Meter langen Baumwipfelpfad aufzusuchen, der es erlaubt, in bis zu 44 Metern Höhe über den Baumkronen zu wandern. Dadurch ergeben sich völlig neue Ausblicke über den Nationalpark Bayerischer Wald.