Alexander Blum im Interview

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„Zukunftsfähigkeit neu denken“

„Fertigungsmesstechnik, wie wir sie herstellen, ist heute weit mehr als ein Mittel zur Qualitätssicherung im Prozess. Sie wird zunehmend als Werkzeug verstanden, das Automatisierung vorantreibt – und sie an vielen Stellen überhaupt erst möglich macht“, sagt Alexander Blum, Vorsitzender der Geschäftsführung bei Blum-Novotest.

Mit der AMB steht eine wichtige Messe vor der Tür, die für die Branche ein Stimmungsbarometer sein wird. Aus diesem Anlass sprachen wir mit Alexander Blum, Geschäftsführer der Blum-Novotest GmbH. Er spricht über die Wirtschaftslage im Allgemeinen und in Bezug auf sein Unternehmen. Blum sieht große Veränderungen, die ebenso große Chancen mit sich bringen.

Herr Blum, die Wirtschaftslage in Deutschland ist kompliziert, die Lage weltweit volatil und herausfordernd. Was sind für Sie die wichtigsten Herausforderungen?

Wenn wir zunächst nach Deutschland schauen, haben wir in weiten Teilen der Bevölkerung eine aus meiner Sicht falsche Wahrnehmung der Situation. Wir sind hier nicht in einer Wirtschaftskrise, sondern in einem Strukturwandel, der durch nicht hinreichend vorhandene Lenkungsmaßnahmen in eine Strukturkrise eskaliert ist. Diese Strukturkrise betrifft die Industrie, Dienstleistungsbereiche aber auch unsere Behörden mit überbordender Bürokratie und Überpersonalisierung im gesamten öffentlichen Dienst. Sie wird länger dauern und umso schmerzhafter sein, je weniger wir tun in Politik und Wirtschaft, um die Strukturveränderungen zu befeuern. Wir brauchen in Deutschland bzw. Europa echte Industriepolitik und moderne, zukunftsorientierte Beschäftigungspolitik. Hier hinken wir der globalen Entwicklung hinterher. Wichtig wäre beispielsweise, Arbeitskräfte aus Industrien, deren heutiger Umfang bei uns nicht zukunftsfähig ist, wieder für den Arbeitsmarkt verfügbar zu machen.

Zitat: „Unser Erfolg steht auf zwei Säulen: starken Produkten und konsequenter Internationalisierung.“

Wie meinen Sie das?

Wir haben bei BLUM aktuell fast 30 offene Stellen. Besonders in der Produktion erhalten wir trotz der angespannten Lage u.a. bei vielen Unternehmen der Automobilindustrie nur wenige Bewerbungen. Im Ingenieurbereich ist die Situation glücklicherweise bereits etwas besser. In vielen leidenden Unternehmen spüren die Arbeitnehmer oft nicht den Drang, sich woanders zu bewerben und warten lieber, bis ihnen eine Abfindung angeboten wird. So stehen sie anderen Unternehmen, die auf diese Arbeitnehmer angewiesen sind, nicht zur Verfügung. Das ist aus der individuellen Sicht vielleicht nachvollziehbar, verschärft aber für die Unternehmen, die zukunftsfähige Produkte und Dienstleistungen schaffen, den Facharbeitermangel.

Kommen wir von der allgemeinen Lage auf Ihr Unternehmen. Wie begegnen Sie und Blum-Novotest diesen Herausforderungen?

Unser Erfolg steht auf zwei Säulen: starken Produkten und konsequenter Internationalisierung. Wir sind erfolgreich, weil wir weltweit präsent sind und Lösungen anbieten, die den Anforderungen unserer Kunden entsprechen. Seit über 30 Jahren investieren wir deshalb kontinuierlich auch außerhalb Deutschlands – in allen Ländern, in denen in signifikantem Umfang produziert wird.

In den dominierenden Wirtschaftsregionen außerhalb Europas haben wir die letzten Jahre Blum-Novotest Competence Center (BNCC) aufgebaut. Ostasien wird von BLUM durch das BNCC in China und den R&D-Hub in Japan geprägt, Südasien von unserem BNCC in Bangalore, dessen neues Gebäude mit 2.200 qm Nutzfläche wir gerade bezogen haben. In Nordamerika zeigen wir lokales Gesicht für unsere Kunden mit dem BNCC in Cincinnati und unserer Tochtergesellschaft in Mexiko.

Unsere BNCC vertreiben unsere Produkte und unsere Serviceleistungen in ihren Heimatmärkten, wie alle Tochtergesellschaften. Aber darüber hinaus führen unsere BNCC auch Reparaturen aus, entwickeln Software für lokal verbreitete Steuerungen, erledigen lokale Beschaffungen, haben umfassende technische Bereiche und können ausgewählte Produkte für ihren Heimatmarkt produzieren. Unsere BNCC sind originärer Teil ihrer regionalen Märkte, schaffen Vertrauen und sind gleichzeitig Teil der multi-nationalen Organisation von Blum-Novotest.

Zusätzlich zu den Kompetenzzentren in den USA und China hat Blum-Novotest Anfang Juli 2026 auch das neue Kompetenzzentrum in Indien eröffnet.

Warum ist diese Internationalisierung so wichtig?

Wir adressieren damit die steigende Wichtigkeit unserer Lösungen für die Abläufe in den Unternehmen weltweit. Zum anderen führen die Verwerfungen in den Lieferketten und die Zollkonflikte der letzten Jahre dazu, dass die Kunden in Asien und Amerika uns vor Ort haben wollen. Wir werben schon seit Jahren nicht mehr mit dem Begriff „Made in Germany“, sondern mit „Made by Blum-Novotest“. Wir definieren uns in der Blum-Novotest-Gruppe als eine neue Generation mittelständischer Unternehmen, die in allen Wirtschaftsregionen dieser Welt geerdet auftritt und gleichzeitig die Vorteile einer internationalen Organisation ihren lokalen und internationalen Kunden anbieten kann.

Ein wirklich internationales Unternehmen, das die internationalen Märkte nicht nur als Abnehmer von Produkten versteht, sondern als eigenständige Gebiete mit eigenen Anforderungen und Erwartungen. Wir wollen – auch durch die BNCC – die Erfahrungen, die in den unterschiedlichen Ländern vorhanden sind, besser aufnehmen und die Produkte an die Märkte anpassen. Da fließt auch viel Erfahrung zurück an uns.

Der globale Markt verändert sich seit einigen Jahren massiv. Was einmal eine klare Aufteilung zwischen großen Industrienationen und Billiglohnländern war, hat sich gewandelt. Wir haben zum einen die geopolitischen Zentren größerer Wirtschaftsräume, wie z.B. China, die bestrebt sind u.a. in den Gebieten Aerospace & Defence, Halbleiter/Elektronik, Energie und Medizintechnik unabhängig von anderen geopolitischen Zentren und ihren verbundenen Wirtschaftsräumen zu sein. Das bedeutet, dass solche Absatzmärkte für Unternehmen aus anderen Wirtschaftsräumen verloren sein können, wenn sie nicht hinreichend Wertschöpfung und damit Zuverlässigkeit schaffen.

Ähnliches zeigt sich in den USA, die zudem bestrebt sind, die eigene Industrie im Land und in der Wirtschaftsregion für mehr Unabhängigkeit zu stärken. In Indien ist eine starke eigene Werkzeugmaschinenindustrie entstanden. Diese wird künftig teilweise auch auf den Weltmarkt drängen genauso wie die großen chinesischen Hersteller. Ansonsten gelten für Indien sowie zunehmend für Europa dieselben Entwicklungstrends, wie für China und USA beschrieben.

Auf der AMB 2026 präsentiert BLUM mit dem LC54-DIGILOG ein Lasermesssystem das speziell für die Werkzeugvermessung und -überwachung in der Mikrobearbeitung entwickelt wurde.

Kommen wir zu den Produkten. Wie sehen Sie den Markt aus technologischer Sicht und wie stellt sich BLUM darin auf?

Fertigungsmesstechnik, wie wir sie herstellen, ist heute weit mehr als ein Mittel zur Qualitätssicherung im Prozess. Sie wird zunehmend als Werkzeug verstanden, das Automatisierung vorantreibt – und sie an vielen Stellen überhaupt erst möglich macht.

Unsere Produkte sind heute nahtlos mit innovativen, einfachen Schnittstellen, bis hin zu Plug-&-Play- Softwarebausteinen in den Prozess eingebunden. Dabei kommt uns zugute, dass immer mehr Bearbeitungstechnologien direkt in die CNC-Maschine integriert werden. Ein gutes Beispiel ist das Schleifen, das von spezialisierten Schleifmaschinen in die Bearbeitungszentren wandert – was wiederum in vielen Fällen die Qualität steigert, weil das Umspannen entfällt.

Um diesem Trend gerecht zu werden, haben wir für unsere Lasermesssysteme die Funktion GrindingControl entwickelt. Sie ermöglicht die präzise Ermittlung der tatsächlichen Geometrie von Schleifwerkzeugen. Auf Basis der erfassten Messdaten bestimmt die Software mithilfe intelligenter Algorithmen ein optimiertes Bearbeitungsmaß und überträgt dieses automatisch in die Werkzeugtabelle. Diese Funktion der Mess- und Automatisierungssoftware LC-VISION bringt die dynamische Vermessung von Schleifscheiben auf ein bisher unerreichtes Niveau.

Welche weiteren Technologien zeigen Sie auf der AMB?

Wir sind nicht nur auf unserem Stand vertreten, sondern auch bei Wohlhaupter und Schunk. Mit AutoBore von Wohlhaupter und den akkubetriebenen Spannmitteln von SCHUNK zeigen wir zwei neue Anwendungen auf Basis unserer BRC-Funktechnologie. Für Anwender mit bereits installierten BLUM-Messsystemen ergibt sich ein besonderer Vorteil: Die Integration erfolgt einfach, der zusätzliche Installationsaufwand bleibt minimal und die Kosten werden reduziert. Unsere Produkte sind auch in vielen Maschinen bekannter Hersteller zu sehen. Dabei zeigen wir Lösungen, die echte Messautomation ermöglichen – weg vom reinen Protokollieren und hin zu Prozessintegration und Automatisierung mit Hilfe von gesammelten Messdaten. Da ist zum einen unsere Software FormControl X, mit deren Hilfe Werkstücke nicht nur direkt nach jeder Bearbeitung gemessen werden, sondern die Ergebnisse gleich beim nächsten Bauteil als Korrekturwert und Basis einer Optimierung dienen.

Auch das neue Mehrzweckmessgerät MG81 wird direkt in den Fertigungsprozess integriert. Das kompakte System im Scheckkartenformat wurde speziell für die sensorbasierte Zustandsermittlung von Spannsystemen entwickelt. Die erfassten Daten werden kabellos in Echtzeit an die Maschinensteuerung übertragen und für Prozesskorrekturen genutzt. Typische Anwendungen sind die Temperaturmessung bei Werkstücken mit schwankender Eingangstemperatur, die Überwachung von Spannkräften sowie die automatische Vorpositionierung von Spannbacken mittels integrierter Wegmesssensoren. Das sorgt für maximale Prozesssicherheit und kurze Zykluszeiten.

Mit dem LC54-DIGILOG präsentieren wir den Nachfolger des LaserControl Nano NT. Dank der innovativen DIGILOG-Technologie verarbeitet das extrem kompakte System mehrere Tausend Messwerte pro Sekunde und erreicht eine Wiederholgenauigkeit von 0,2 µm (2σ). Rundlauffehler, beispielsweise durch Verschmutzungen an der Werkzeugaufnahme, werden automatisch erkannt. Für die präzise Vermessung von Kleinstwerkzeugen sorgt der automatisch aktivierte MicroTool-Modus mit nochmals gesteigerter Messgenauigkeit.

Highlight auf der AMB: Mit der neuen Messsoftware FormControl X von BLUM können Zerspanungsprozesse schnell und prozesssicher automatisiert werden, was sich 1:1 in der Produktivität und in der Qualität der gefertigten Werkstücke widerspiegelt.

Welche Trends sehen Sie international in Bezug auf Ihre Produkte?

Auch in den Einstiegsmärkten mit noch attraktiver Kostensituation steigen die Kosten auf Dauer, was auch dort die Automatisierungsbestrebungen vorantreibt. Allerdings sind das meist keine umfassenden Lösungen, sondern einzelne, kostengünstige Automatisierungsbausteine. Hier gehört auch Messtechnik dazu, die sich einfach in den Prozess integrieren lässt und große Wirkung entfaltet. Das wird nicht auf jeder Maschine ein High-End-Lasermesssystem sein, sondern einfachere Messmittel wie unser Z-Nano LT+ oder Lasersysteme mit Basisfunktionalitäten, die wir dann auch regional für die Zielmärkte angepasst produzieren. Diese Kunden lernen so genaue, stabile und in der Maschine zuverlässige Messtechnik von Blum-Novotest zu attraktiven Konditionen kennen.

Das sind ungewohnte Töne von einem deutschen Unternehmen, oder?

Die mitteleuropäischen Unternehmen müssen ihre traditionelle, reine Innovationsdenke ergänzen. Was waren denn die traditionellen Stärken dieser Unternehmen in den 60er- bis 2000er-Jahren? Innovative Technologien auf höchstem Niveau und eine Faszination für perfekte Lösungen, die auch noch die speziellsten, potenziellen Anforderungen abdecken. Heute sind jedoch vor allem wirtschaftliche Lösungen gefragt, die die jeweilige Aufgabe zuverlässig erfüllen.

Dabei geht es nicht darum, einfach billige Produkte in einem auf der Kostenseite aussichtlosen Wettbewerb mit asiatischen Herstellern auf den Markt zu werfen, sondern zielgenau das anzubieten, was der Kunde in seiner Prozessausprägung benötigt. Entscheidend ist, die verschiedenen Aspekte von Qualität richtig zu gewichten: Präzision und Haptik müssen zu Aufgabe und Kostenerwartung des Zielkunden passen, ohne zu überziehen. Ebenso wichtig sind maximale Einfachheit bei Integration und Bedienung, eine beherrschbare Komplexität im Produkt sowie kompetente Applikationsunterstützung und proaktiver Service in den jeweiligen Zielmärkten.

Also Anpassung an die sich wandelnden Märkte und Internationalisierung – welche Themen sind Ihnen noch wichtig für die zukünftige Ausrichtung des Unternehmens?

Wer in Zukunft weiter bestehen will, muss als Schlüsselspieler in der Automatisierung des 21. Jahrhunderts ankommen. Das betrifft auch die Geschwindigkeit, mit der wir uns die oben genannten Aspekte des Begriffs Qualität erarbeiten – China Speed ist nicht nur ein Schlagwort.

Die Hochlohnländer Mitteleuropas werden beim Thema Preis in den kommenden fünf bis acht Jahren nur eingeschränkt mit den neuen Anbietern aus China und Indien mithalten können. Deshalb müssen wir unsere anderen Tugenden pflegen: innovative Technologien einfach nutzbar machen sowie höchste Prozesssicherheit, Verfügbarkeit und langfristige Zuverlässigkeit bieten.

Unsere Produkte sind tief in die Zerspanungsprozesse eingebunden, auch auf einfach automatisierten Maschinen. Fällt ein Produkt aus, steht häufig der gesamte Prozess. Deshalb müssen unsere Lösungen über viele Jahre hinweg konstant funktionieren. Bei unseren Tastsystemen sorgt beispielsweise die optoelektronische Signalübertragung für eine dauerhaft hohe Verfügbarkeit und stabile Präzision. So kann der Kunde darauf vertrauen, auch nach vielen Jahren noch ein zuverlässiges Blum-Produkt im Einsatz zu haben.

Auch das neue Mehrzweckmessgerät MG81 wird direkt in den Fertigungsprozess integriert. Das kompakte System im Scheckkartenformat wurde speziell für die sensorbasierte Zustandsermittlung von Spannsystemen entwickelt. Die erfassten Daten werden kabellos in Echtzeit an die Maschinensteuerung übertragen und für Prozesskorrekturen genutzt.

Sehen Sie bestimmte Branchen oder Bereiche, die für BLUM in der Zukunft eine größere Rolle spielen?

Ich bin mir sicher, dass wir im Bereich der humanoiden Roboter schnell steigende Produktionszahlen sehen werden. Humanoide sind schließlich nicht nur in der Industrie, sondern auch in menschennahen Einsatzszenarien interessant. Wenn da mal eine bestimmte Preisschwelle unterschritten wird – und das passiert durch steigende Produktionszahlen – werden sich die Humanoiden in vielen Bereichen schnell verbreiten. Da profitiert die Industrie vom Privatsektor und umgekehrt.

Wir beschäftigen uns auch bei Blum-Novotest mit diesem Thema. Und wenn man über den Tellerrand hinaus schaut, kommen schnell interessante Fragen bezüglich der Fabrikautomatisierung der Zukunft auf: Brauche ich als Mittelständler noch ein hochintegriertes Lagersystem, wenn ich das Ein- und Auslagern von Humanoiden erledigen lassen kann? Diese lassen sich viel einfacher skalieren, indem man noch einen Roboter hinzustellt oder ihn für andere Arbeiten einsetzt.

An der Maschine selbst sehe ich Knickarmroboter weiterhin im Vorteil, wegen den noch höheren Traglasten und der noch kostengünstigeren Reduzierung auf wenige erforderliche Achsen. Aber auch diese Knickarmroboter werden mobil und beispielsweise von einem AMR befördert, um immer dort eingesetzt zu werden, wo man sie gerade braucht. Solche mobilen Cobots „mit Fahrservice“ setzen wir in unserer eigenen Produktion bereits heute ein. Mit dieser Flexibilisierung durch Humanoide und mobile Roboter wird sich Automatisierung schneller lohnen und die Zahl der eingesetzten Roboter wird massiv steigen.

Diese Entwicklung stellt zwangsläufig auch eine Chance für die zerspanende Industrie und speziell für uns dar, da entsprechende Roboter aus sehr vielen Bauteilen bestehen. Zusammen mit den Investitionen in KI werden enorme Produktionsressourcen benötigt und es werden weiter neue Produktionskonzepte gefragt sein, um diese Teile automatisiert herzustellen. Ich sehe Blum-Novotest bestens gerüstet, von dieser Entwicklung zu profitieren, auch und gerade vor dem Hintergrund, dass es politisch gewollt ist, dass solche wichtigen Technologien in Europa und allen wichtigen Wirtschaftsräumen möglichst unabhängig produziert werden. Unsere Produkte helfen, die Stückkosten zu senken und die Produktion wirtschaftlich attraktiv und wettbewerbsfähig zu gestalten.

Auf der Messe präsentiert BLUM auch die Funktion GrindingControl für die DIGILOG-Lasermesssysteme. Sie ermöglicht die präzise Ermittlung der tatsächlichen Geometrie von Schleifwerkzeugen.

Welchen wichtigen technischen Trend sehen Sie übergeordnet für BLUM in den nächsten Jahren?

Hier bewegt uns unter anderem das Thema „Ausschuss“. Denn heute gibt es in modernen Prozessen mit geschlossenen Prozessketten eigentlich keinen Grund mehr, fehlerhafte Teile zu produzieren. Veränderungen im Bearbeitungsprozess – etwa durch Temperaturdrift, Vibrationen oder Werkzeugverschleiß – lassen sich heute problemlos im Mikrometerbereich erfassen und in Echtzeit kompensieren. Und das lange, bevor auch nur eine Toleranzgrenze erreicht wird. Mit unseren Messsystemen und Softwarelösungen können wir den Prozess zeit- und ortsnah am Bearbeitungspunkt überwachen und den Zerspanungsprozess auf ein Niveau bringen, bei dem es praktisch keinen Ausschuss mehr gibt. Ausschuss kann dann durch Fehler und plötzliche Ereignisse, beispielsweise einen Werkzeugbruch, entstehen, aber nicht mehr durch die unvermeidlichen Schwankungen innerhalb des Prozesses. Wir haben die Produkte dafür im Portfolio.

Wie setzen Sie das um?

Wir gehen noch konsequenter auf die Prozesse unserer Kunden ein und positionieren uns – unter anderem auf der AMB – als Komplettanbieter für Sensorik. Wir bieten nicht nur ein Stück Hardware, sondern komplette Prozessintegrationen auf den unterschiedlichen Technologiestufen, die man sinnvoll und wertschöpfend einsetzen kann.

Wir machen diese Technologien weltweit verfügbar – und zwar an die jeweiligen Anforderungen der Kunden in den Regionen angepasst. Wir haben ein hohes technisches Niveau oberhalb des Standards, das sich in den verschiedenen Märkten jeweils effizient zur kostengerechten Nutzung skalieren lässt. So unterstützen wir die Industrialisierung weltweit.

Blum-Novotest GmbH

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Tel. +49 (0)751 6008-0

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