Mit dem Relais eine H-Brücke aufbauen
Der große Vorteil von Relais ist ihre echte Trennung von Steuer- und Leistungsteil. Durch diese Funktionsweise ist es beispielsweise möglich, mittels einer schwachen Gleichstrom-Steuerspannung eine Beleuchtung ein- und auszuschalten, die durch 220 V Wechselstrom betrieben wird. Doch der Nutzen von Relais ist damit noch nicht ausgeschöpft. Werden die Anschlüsse in raffinierter Weise verschaltet, so ist es problemlos möglich, eine sogenannte H-Brücke zu realisieren, um Gleichstrommotoren abwechselnd links- und rechtsherum laufen zu lassen.
Eine H-Brücke besteht im Grunde aus vier Schaltern, die jeweils mit einer Öffner- und Schließerfunktion ausgestattet sind. Die Übertragung dieser Überlegung auf ein Relais bedeutet, dass eine entsprechende Anzahl an Relais zu verwenden ist, um eine H-Brücke aufzubauen. Um den Verdrahtungsaufwand zu minimieren, sollte ein Relais verwendet werden, das über vier Wechsler verfügt.
Werden Relais mit zwei Wechslern verwendet, so muss das jeweilige Relais sehr genau unter die Lupe genommen werden, ob dieses wirklich über zwei Wechsler verfügen. Dies ist nicht bei jedem Relais der Fall, da manche Typen nur dem äußeren Anschein nach über zwei Wechsler verfügen. Es sind Relais auf dem Markt, die nur einen Wechsler besitzt, obwohl die Zahl der Anschlüsse zumindest zwei Wechsler vermuten lässt. Der Blick auf den jeweiligen Typenschaltplan gibt Auskunft, wie viele Wechsler das Relais tatsächlich besitzt. Vielfach ist diese Information bereits auf dem Relais selbst deutlich lesbar aufgedruckt, sodass sich ein Blick in dessen technischen Unterlagen erübrigt.
Obwohl die Zahl der Anschlüsse etwas anderes vermuten lässt, besitzt dieses Relais nur einen Wechsler.
Um eine H-Brücke zu realisieren, sollte ein Relais verwendet werden, das, wie schon erwähnt, über vier Wechsler verfügt. Ein Blick auf das Typenschild des Relais gibt Auskunft, ob dies der Fall ist.
Der Aufdruck zeigt, dass nebenstehendes Relais die Voraussetzung für den Bau einer H-Brücke erfüllt.
Die Anschlüsse auf der Rückseite sind deutlich beschriftet und geben Auskunft, welcher Stift zu welchem Wechsler gehört.
Nebenstehendes Relais hat auf seinem Gehäuse kein deutlich lesbares Schaltbild, weshalb hier unbedingt per Typenblatt abgeklärt werden muss, ob es sich für die Realisierung einer H-Brücke eignet, da die Anzahl der Anschlüsse nicht unbedingt auf die Zahl der verbauten Wechsler hinweist.
Wie bereits erwähnt, besteht eine H-Brücke aus vier Schaltern, die jeweils mit einer Öffner- und Schließerfunktion ausgestattet sind. Diese werden daher als Wechsler bezeichnet. Diese Wechsler müssen nun derart verschaltet werden, dass bei einem Wechsel ihrer Stellung jeweils die Anschlüsse für den Elektromotor von Plus nach Minus hin- und herwechseln. Eine derartige Schaltung sieht, realisiert mit einem Relais, wie rechts dargestellt aus.
Ein nachfolgender Testaufbau bestätigt, dass diese Schaltung korrekt funktioniert und beim Drücken des Tasters T1 der Elektromotor seine Laufrichtung wechselt, was im simulierten Schaltplan dargestellt wird.